Ukraine-Hilfe in Moldova

Wir alle sind schockiert über den Überfall von Putins Russland auf die Ukraine. Wir brauchten ein paar Tage, um herauszubekommen, was unsere Antwort darauf ist. Unser Vorstandsmitglied Julian lebt im Nachbarland Moldova (Republik Moldau) und sucht jetzt nach Unterstützung, um in Moldova verlassene oder halb verlassene Häuser ersteinmal provisorisch wieder bewohnbar zu machen und dort ukrainische Familien unterzubringen.

Hintergrund

Besonders ländliche Gebiete Moldovas leiden seit 30 Jahren unter enormer Abwanderung. In vielen Dörfern stehen 30% der Häuser leer. Leider sind viele Häuser in einem schlechten Zustand. Die meisten sind unmöbliert und brauchen Ausbesserungsarbeiten.

Auf der anderen Seite kommen immer mehr schutzsuchende Menschen aus der Ukraine nach Moldova. In den ersten Tagen kamen sie noch in eigenen Autos und mit dem Wunsch, nur kurz zu verschnaufen, um dann weiter zu Verwandten in EU-Länder zu fahren. Jetzt kommen die, die eigentlich ausharren wollten, meist nur mit leichtem Gepäck. Viele dieser Menschen fühlen sich in Moldova wohl. Hier im rumänisch-russisch bilingualen Land können sie sich sprachlich gut verständigen und als ehemalige Sowjetrepublik ist das meiste an Umgang und Infrastruktur bekannt.

Moldova ist kein reicher Staat, der ohne die Mithilfe der BürgerInnen, solch eine Anzahl von schutzsuchenden Menschen in Turnhallen etc. aufnehmen könnte. Außerdem: Es kommen vor allem Frauen mit Kindern. Wir wollen uns dafür einsetzen, die Traumata der Kinder möglichst klein zu halten. In einer Massenunterkunft kann man den Kindern kaum erzählen, dass alles ok ist. In einem Haus mit warmen Essen auf dem Tisch und einem Sofa geht dies schon eher.

Wir haben mehrere Dörfer in Moldova identifiziert, in denen wir mehrere solcher verlassenen Häuser fit machen wollen – für Familien aus der Ukraine, die dann dort auch mittelfristig erstmal eine Bleibe haben. In diesen Dörfern haben wir gute Bekannte, die die Arbeiten vor Ort koordinieren können. Wir werden hier auf dieser Seite die Häuser und die Arbeiten dokumentieren und suchen jetzt nach.

Update von Julian am 5. Mai 2022

Die Lage hat sich nach dem ersten turbulenten Kriegsmonat auch in Moldova etwas entspannt. Es kommen so viele Flüchtlinge nach Moldova, wie sie in der gleichen Zahl das Land auch wieder verlassen. Odessa wird zwar fast täglich beschossen, aber Putins Truppen sind noch recht weit entfernt.

Nach sehr viel Fluktuation haben wir nun Gäste aus der Ukraine, die sich auf einen Sommer in Moldova einrichten. Der Mai und der Juni werden die Hauptmonate, in denen wir die Häuser reparieren: Ausbessern, Putzen, Dämmen, Wasserleitungen, Elektrizität, teilweise noch ein Badezimmer anbauen. Insgesamt haben wir derzeit 18 Baustellen in den 6 Dörfern.

Sehr hilfreich waren die Möbeltransporte die wir Anfang April aus Wedel, Stuttgart und Eberswalde bekommen haben. Es ist schön, diese Betten, Stühle und Schränke nun in den Häusern zu sehen und die Leute, die diese Geschenke sehr gern annehmen. Die Schauspielerin Katja Riemann hat uns Ende April als UNICEF Botschafterin besucht – und auch das Möbellager in Riscova.

Ich hätte einen ganzen Sack voller Geschichten – die Paten werden in den nächsten Wochen einen Teil davon mitbekommen. Täglich bin ich gerührt von den Schicksalen und von der Hilfsbereitschaft hier. Ganz langsam übernehmen auch die internationalen Organisationen wie UNHCR, World Food Programme oder das Rote Kreuz. Viele dieser Akteure wollen mit mir sprechen und geben mir das Feedback, dass wir ziemlich richtig lagen mit unserem Konzept aus der ersten Kriegswoche, moldauische Gastfamilien und verlassene Häuser im ländlichen Raum zu unterstützen. Ihre Erfahrungen aus dem Sudan helfen ihnen in Moldova nur bedingt. 

Neben den Baustellen werden die Aufgaben nun aber komplexer: Nachdem es am Anfang „nur“ darum ging, ein Dach, eine Matratze und Essen zu besorgen, geht es jetzt um Kinderbetreuung, Traumatherapien, Arbeitsplätzen, Beschäftigung, Ferienprogramm etc. Auch das werden wir mit unseren Dorfkoordinatorinnen, unseren Partnern und Spendern stämmen. Die ersten Community-Events für die Begegnungen zwischen Moldauern und Ukrainern haben wir veranstaltet.

Unterstützung

Bei manchen Häusern müssen wir das Dach erneuern, andere benötigen ein Heizsystem. Außerdem müssen wir die Transporte aus Deutschland finanzieren..

Handwerker sind gesucht! Wer mit handwerklichen Kompetenzen jeglicher Art mit anpacken möchte, kann sich gern an Julian wenden.

Wir suchen Menschen in Deutschland, die eine moldauische Familie bei der Aufnahme von Geflüchteten direkt unterstützen möchten. Dabei stellen wir einen direkten Draht her.

In Moldova sind zwar die Märkte voll, allerdings gibt es keinen Second-Hand-Markt. Dagegen gibt es in Deutschland viel Angebot an Einrichtungsgegenständen.

Portal zu den Häusern

Riscova

Hier hat EcoVisio sein Umweltbildungszentrum. Valeriu und Anna kümmern sich um Gastfamilien und arbeiten an weiteren Häusern.

Hirtop

Rusanda ist eigentlich Künstlerin. In ihrem halb verlassenen Heimatdorf motiviert sie jetzt die Gastfamilien.

Cociulia

Martin und Alina bereiten ein Schulgebäude als Notaufnahme-Lager vor.

Volintiri

Ina und Igor haben nahe der ukrainischen Grenze alle Hände voll mit ukrainischen Durchreisende zu tun.

Floreni

Igor baut eigentlich Holzspielzeug für Kinder in seinem Heimatdorf Floreni. Jetzt betreut er die vielen Gastfamilien.

Zubresti

Svetlana zusammen mit der Bürgermeisterin Maria Manoli werden viele verlassene Häuser für Gäste vorbereiten.

Kontakt

Julian: julian.groeger@posteo.de

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